Geschichte des deutschen Sprachraumes Geschichte Deutschlands (Paweł Grabowski) Germanistik Deutsch als Fremdsprache historia niemieckiego obszaru językowego

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HISTORIA NIEMIECKIEGO OBSZARU JĘZYKOWEGO

1

LIMES


Seit Kaiser Augustus begannen die Römer mit dem Ausbau einer Verteidigungsstellung an Rhein und Donau. Im 2. Jahrhundert bestand der
römisch-germanische Limes im Gesamtverlauf aus vier Hauptabschnitten: dem niedergermanischen Limes, dem obergermanischen Limes,
dem rätischen Limes und auch der Donau als Grenze flussabwärts bis nach Ungarn. Aus den Römerlagern entstanden die ersten römisch-
germanischen Städte – Xanten, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz, Worms, Regensburg und Passau. Durch den Limes wurde die Ausbreitung der
Germanenstämme nach Westen und Süden aufgehalten.

VÖLKERWANDERUNGEN


Als große germanische Völkerwanderung gelten Wanderungsbewegungen, die durch den Einbruch der Hunnen in Europa ausgelöst wurden.
Der größere Teil der Goten wich über die Donau auf römisches Gebiet aus und wurde im heutigen Bulgarien angesiedelt. Im Jahre 410 kam
es zu Plünderung von Rom durch Westgoten. Dann wandten sie sich Südgalien zu und errichteten ein Reich mit der Hauptstadt in Tolosa,
das sich nach Spanien ausdehnte. Die Schwächung der Grenze begünstigte die Westwanderung der Sweben, Vandalen, Burgunder und
Alanen. Durch den Einmarsch von Attila kam es zum Ende des West-Römischen Reichs im Jahre 476.

PIPPINISCHE SCHENKUNG


Das Bündnis zwischen dem Papsttum und dem Fränkischen Reich konnte sich weiter festigen, weil Papst Stephan II. Hilfe suchte, um gegen
den Langobardenkönig zu kämpfen und Pippin ihm ein feierliches Schutzversprechen gab. Danach wurden Pippin und seine Söhne erneut
gesalbt und bekamen den Titel „patricius Romanorum“. Pippin versprach dem Papst die Übergabe der von den Langobarden eroberten
Gebiete in Mittelitalien. Aus diesen Gebieten ist nach zwei erfolgreichen Feldzügen der Kirchenstaat entstanden.

SACHSENKRIEGE


Unter dem Begriff „Sachsenkriege“ versteht man über 30 Jahre, von 772 bis 804, dauernde Auseinandersetzungen Karls des Großen mit den
heidnischen Sachsen, die das Gebiet zwischen Nordsee und Harz, zwischen Rhein und Elbe bewohnten. Diese Sachsen mussten als
Angehörige des Fränkischen Reiches Christen werden. Dass sie jedoch zur Taufe gezwungen wurden, erregte Kritik. Die Zerstörung der
Irminsul – eines Heiligtums der Sachsen – rief den Widerstand des Volkes hervor. An ihrer Spitze stand Widukind.

ORDINATIO IMPERII


Ordinatio Imperii ist eigentlich die Reichsordnung, die Sohn Karl des Großen, Ludwig der Fromme angefertigt hat. Die Ordinatio Imperii
sah das Mitkaisertum Lothars und Unterkönigstümer der jüngeren Söhne vor. Der Kaiser löste damit aber Streitigkeiten aus (die Änderung
der Nachfolgregelung zugunsten seines jüngsten Sohnes Karl des Kahlen), die zur Teilung des Reiches führten. Lothar erhielt Italien und ein
Mittelreich, Karl der Kahle den westlichen, Ludwig der Deutsche den östlichen Teil.

STRAßBURGER EIDE


Straßburger Eide ist das erste überlieferte Dokument, das in altfranzösischer und althochdeutscher Sprache abgefasst wurde. In den
Straßburger Eiden von 842 gab es einen Pakt von Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen.

MISSIONIERUNG


Die Missionierung der noch heidnischen Germanen im fränkischen Reichsverband machte im 6. und 7. Jahrhundert fast keine Fortschritte.
Das begann sich um 700 zu ändern, als mit Unterstützung der karolingischen Hausmeier eine Reihe von Missionaren aus dem Fränkischen
Reich zu Hessen, Thüringen und Bayern kam. Als der berühmteste Missionar gilt Mönch Winfrid, der vom Papst den Namen Bonifacius
bekam. Ihm wurde Germanenmission verliehen. Er gründete Klöster und sorgte für die Bistumsorganisation in Bayern, Hessen und
Thüringen.

REICHSKIRCHE


Unter der Reichskirche versteht man die Gesamtheit der Kirchen, die im Mittelalter im Reich auf dem Besitz des Königs als des Herrn
errichtet waren und ihm unterstanden. Zu dieser Zeit regierten aber allgemein die auf dem Land lebenden Leute – sie waren neben dem
König andere Großgrundbesitzer. Diese Grundherrschaft war einfach ein Wechselverhältnis von Gabe und Gegengabe – daran waren auch
Kirchen beteiligt, die ihren Herren durch ihre Gebete dienten und dafür Landbesitz und Einkünften erhielten. Berühmte Erzbistümer waren:
Köln, Mainz, Trier, Salzburg, und Hamburg.


INVESTITURSTREIT


Der Investiturstreit ist die Auseinandersetzung zwischen dem Papsttum und den Königen Europas um das Recht der Einsetzung der Bischöfe.
Nach altem Brauch wählte der König die Bischöfe in seinem Bereich und gab ihnen Ring und Stab – theoretisch sollten die Wahl zuvor
„Klerus und Volk“ akzeptieren, aber da König als „Gesalbte des Herrn (Gottes)“ angesehen war, war es nicht angewandt. Die Anhänger der
Kirchenreform sahen es aber als Missbrauch und kritisierten die Vergabe von Kirchenämtern durch Laien. Deshalb kam es zum Konflikt.
Papst Gregor VII. sprach ein Investiturverbot aus, ohne auf die Tatsache Rücksicht zu nehmen, dass die Reichsbischöfe auch weltliche
Funktionen wahrnahmen, Wormser Konkordat endete diesen Streit.

WORMSER KONKORDAT


Am 23. September 1122 wurde in Worms ein Vertrag zwischen Papst Calixts II. und König Heinrich V. unterschrieben. Heinrich V.
verzichtete auf die Investitur und akzeptierte kanonische Wahlen und freie kirchliche Weihen. Der Papst stimmte der Wahl der
Reichsbischöfe in Gegenwart des Königs zu.



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2

KIRCHENREFORM


Zunehmende Kritik an Missständen in der Kirche führte im 11. Jahrhundert zu einer Reformbewegung. Man kritisierte vor allem: die
Unbildung und Verweltlichung des Klerus, der sich die Güter der Kirche aneignete und seine geistlichen Pflichten vernachlässigte. Papst Leo
IX. begann die Reform einzusetzen. Der Papst verbot Simonie (Ämterkauf) und Nikolaitismus (Bruch von Zölibatsvorschriften). Außerdem
bekämpfte er das Eigenkirchenwesen.

KREUZZÜGE


Die Kreuzzüge waren bewaffnete Pilgerfahrten zur Befreiung und Sicherung der Heiligen Städten der Christenheit in Palästina. Dafür konnte
man von der Kirche den Ablass bekommen. Der erste Kreuzzug fand 1095 statt, als Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont Arme wie
Reiche zur bewaffneten Hilfe aufrief. Die Teilnehmer nahmen auf sich das Kreuz als Nachfolger Christi. Zu weiteren Kreuzzügen führte vor
allem Bedrängnis und Gefährdung des Königreiches Jerusalem durch die islamischen Nachbarn.

OSTSIEDLUNG


Das Westeuropa war im 14. Jahrhundert ziemlich stark bevölkert. Die intensive Bodennutzung und die damit steigernde Ernteerträge reichten
nicht aus, um die ständig wachsende Zahl von Menschen zu ernähren. Deshalb musste man unbewirtschaftetes Land gewinnen. Dafür
dienten Territorien von Holstein, Mecklenburg und Polen (auch Litauen). Aber auch polnische Fürsten suchten Bauern und wollten sie in ihr
Land ziehen. Der Lokator erhielt dann in dem neuen Dorf einen größeren Bauernhof und wurde der Beauftragte des Landesherrn.

DEUTSCHER ORDEN


1199 beauftragte Papst Innozenz III. „die Brüder des der heiligen Maria geweihten Hospitals der Deutschen zu Jerusalem“, die bislang im
Heiligen Land kranke Pilger gepflegt hatten, zusätzlich mit dem Heidenkampf. Die Deutschordensritter trugen einen weißen Mantel mit
schwarzem Kreuz. Großen Einfluss auf die Entwicklung des Ordens hatte der Hochmeister Hermann von Salza. Durch die Goldbulle von
Rimini ließ er sich von Kaiser Friedrich II. das Gebiet der heidnischen Pruzzen an der Weichsel zu Mission übertragen. Der Heidenkrieg
verlagerte sich bald danach vom Heiligen Land nach Osteuropa. Die bekannteste Ordensburg wurde die Marienburg. Der Orden griff weiter
nach Westen (Pommerellen mit Danzig), was Konflikte mit Polen verursachte. 1525 wurde der größte Teil des Ordensstaates zum
Herzogtum Preußen unter polnischer Lehnshoheit.

SACHSENSPIEGEL


Im Mittelalter setzen überall in Westeuropa Bemühungen, das bisher mündliche Gewohnheitsrecht aufzuschreiben. Wie die anderen Werke
dieser Art war auch dieses Rechtsbuch, das der aus Ostsachsen stammende Ritter Eike von Repgow schrieb, eine Privatarbeit. Er nannte es
„Spiegel der Sachsen“. Dieses Werk wurde in der deutschen Sprache abgefasst. Dieses Buch diente als Vorbild für weitere deutsche
Rechtsbücher.

GOLDENE BULLE


Die Goldene Bulle gilt als das bedeutendste Reichsgesetz des Heiligen Römischen Reiches. Es besteht aus 31 Kapiteln. Das Gesetz regelte
damals die Modalitäten der Königswahl und die Rechtsstellung der Kurfürsten. Diese Bulle regelte seit 1356.

INTERREGNUM


Interregnum ist die Epoche zwischen dem Erlöschen des staufischen Herrscherhauses in Deutschland und der Wahl Rudolfs von Habsburg.
Zu dieser Zeit gab es in Deutschland viele Könige, die die Herrschaft im Reiche beanspruchten. Es kam oft zu Doppelwahlen, z.B.: Alfons
von Kastilien und Richard von Cornwall. Deshalb fehlte es an einer allseitig anerkannten königlichen Autorität, die Frieden und Rechte hätte
gewährleisten können.

HAUSMACHTPOLITIK


Hausmachtkönigtum hieß es, dass der König seine Königsherrschaft in erster Linie zur Förderung seines eigenen Hauses und erst sekundär
zum Wohle des Reiches eingesetzt habe. Da der deutsche König damals durch die Wahl der Kurfürsten zur Herrschaft gelangte, war für ihn
sicher, dass seine Dynastie im Besitz der ererbten Stammlande bleiben werde. Hausmachtpolitik förderte Interesse des eigenen Hauses
zulasten des Reichsinteresses. In der Praxis verliehen die Könige ihre Güter an Söhne.

SCHWEIZER EIDGENOSSENSCHAFT


Am 1. August 1291 schlossen die drei Landsgemeinden Uri, Schwyz und Nidwalden einen ewigen Landfriedensbund, dem dich wenig später
auch Obwalden anschloss. Entscheidend für die Weiterentwicklung des Bundes war in der Folgezeit, dass sich die Städte wie Luzern, Zürich,
Glarus, Zug und Bern dem Bunde anschlossen. Mit dem Frieden von Basel schieden die Eidgenossen bereits aus dem Verbund des Heiligen
Römischen Reiches aus.

KURFÜRSTEN


In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Wählerkreis des Königs auf die Reichsfürsten eingegrenzt. Wenn die Kurfürsten von
den Empfängern königlicher Privilegien auch oft um die formelle Zustimmung in der Form so genannter Willebrief gebeten werden und
wenn sie mitunter auch durch spektakuläre Aktionen in die Reichspolitik eingegriffen haben, so führte dies alles nicht zu einer
institutionalisierten Mitwirkung an der Reichsherrschaft, etwa in der Form eines ständigen Reichsrates.





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HANSE


Bei der Hanse handelte es sich um keinen Städtebund. Die Hanse entstand als eine genossenschaftliche Vereinigung von Fernkaufleuten, die
den Nord- und Ostseebereich zu einem Handelsgroßraum ausbauten. Als Ende des 13. Jahrhunderts die Reichsstadt Lübeck als Haupt der
Hanse auftrat, war dies bedeutend mit dem Beginn eines Wandlungsprozesses, so dass aus der Kaufmannshanse eine Vereinigung von
Hansestädten geworden war. Die Hanse mit zunehmender wirtschaftlicher Bedeutung vereinigte in sich auch ein erhebliches politisch-
militärisches Machtpotenzial.

UNIVERSITÄTEN

Die ersten Universitäten des Abendlandes entstanden im 12. Jahrhundert in Paris, Bologna und Salerno. Bald folgten zahlreiche weitere
Neugründungen in Italien und Frankreich. Als erste Universität in Deutschland wurde 1348 die Universität Prag gegründet, im Jahre 1365
wurde die Universität Wien eröffnet. Weitere Universitäten im Reich: Heidelberg (1386), Köln, Erfurt und Leipzig. 1500 gab es in
Deutschland 16 Universitäten. Wissendisziplinen waren: Theologie, kanonisches Recht, römisches Recht, Medizin und Philosophie.

DAS GROßE ABENDLÄNDISCHE SCHISMA

Die große abendländische Kirchenspaltung entstand, als das Papsttum nach über siebzigjährigen Aufenthalt im französischen Avignon sich
anschickte, wieder auf Dauer nach Rom zurückzukehren. Als Papst Gregor XI., der mit der Kurie nach Rom zurückgekehrt war, starb,
wählten die Kardinäle unter dem Druck einer bewaffneten Volksmenge, die Wahl eines Italieners verlangte, den Erzbischof von Bari als
Urban VI. zum Papst. Als er aber seine Wähler durch sein schroffes und selbstherrliches Auftreten schockierte, erklärten die Kardinäle die
Wahl für ungültig und wählten den Kardinal Robert von Genf zum Papst, der sich Clemens VII. nannte. Währen der französische König
Clemens unterstützte, der in Avignon residierte, erklärten sich der König von England und der römisch-deutsche König für den „römischen“
Papst Urban. Das Schisma wurde auf dem Konstanzer Konzil von 1417 beendet.

KONSTANZER KONZIL

Das schon über drei Jahrzehnte dauernde Schisma konnte nur durch ein allgemeines Generalkonzil überwunden werden. Das Konzil, das
vom 5. November 1414 bis zum 22. April 1418 tagte, war eine der größten Kirchenversammlungen im Mittelalter. Neben der
Wiederherstellung der Kircheneinheit gab es noch zwei weitere Hauptaufgaben, nämlich die innere Reform der Kirche und die
Auseindersetzung mit den Lehrern des Johannes Hus. Nachdem die beiden Päpste zum Rücktritt gezwungen beziehungsweise abgesetzt
worden waren, war der Weg für eine Neuwahl frei.

HUSSITENKRIEGE

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts verbreitete sich eine tief greifende Missstimmung gegen die Kirche und ihre Repräsentanten. Sie wandte
sich vor allem gegen die Abgabenpolitik der päpstlichen Kurie und die Verweltlichung des Klerus. Diese oppositionellen Strömungen
entwickelten sich besonders in Böhmen. Zum Sprachrohr der theologischen Kritik machte sich der Magister Jan Hus von der Prager
Universität. Seine Angriffe gegen Papst und Kircheninstitutionen wurden immer radikaler. Obwohl Papst den Kirchebann über ihn verhängt
hatte und obwohl er Prag verlassen musste, blieb die Anziehungskraft seiner Lehren. Für seine Thesen (er war auch bei dem Konstanzer
Konzil) wurde er als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Nachricht von seinem Tode löste in Böhmen Erregung aus, die sich zum
offenen Krieg ausweitete (1419-1436). Gegen die Anerkennung Sigmunds als König von Böhmen bekamen Hussiten einige religiöse
Zugeständnisse.

REFORMATION

1517 löste Martin Luther mit den 95 Thesen über den Ablass eine Reformbewegung aus, die von zahlreichen Reformatoren in alle Teile
Deutschlands hinaus getragen wurde. Das bedeutendste Zentrum der Reformation neben Wittenberg wurde dann Zürich, wo Ulrich Zwingli
das ganze Gemeinwesen der Kirche umgestaltete. Nach seinem Tod wurde Genf unter Johannes Calvin zum protestantischen Musterstaat.

GEGENREFORMATION

Der Zeitraum vom Augsburger Religionsfrieden bis zum Westfälischen Frieden wird als Zeitalter der Gegenreformation bezeichnet. Diese
Epoche ist durch die gewaltsame Rekatholisierung protestantischer Gebiete gekennzeichnet. Für diese innere Erneuerung setzte sich die
Bezeichnung „katholische Reform“ durch. Die Reformbewegung fand ihren bedeutendsten Ausdruck im Konzil von Trient, das den
Katholizismus der Neuzeit entscheidend prägte. Es verabschiedete eine Reihe von Dekreten, die in den umstrittenen theologischen Frage die
katholische Lehre verbindlich formulierten.

ABLASSHANDEL

Die Lehre der katholischen Kirche vom Ablass beruht auf der Unterscheidung von Sündenschuld und Sündenstrafen. Die Sündenschuld wird
durch das Sakrament der Buße getilgt. Die Kirche konnte aber den Gläubigen für bestimmte Leistungen Ablass der Sündenstrafen gewähren.
Im Spätmittelalter gewährte die Kurie zunehmend Ablass für Geldzahlungen.

BAUERNKRIEGE

Schon im 14. und 15. Jahrhundert hatte es in Deutschland Bauernrevolten gegeben, die vor allem aber regional begrenzt waren. Der große
Bauernkrieg von 1524/1525 erfasste dagegen fast ganz Oberdeutschland, Steiermark, Franken, Thüringen und Sachsen. Der Protest richtete
sich gegen Eingriffe der Landsherren in althergebrachte Rechte wie dörfliche Selbstverwaltung und Nutzungsrechte an Wald, Wiesen und
Gewässern. Seine Kraft erhielt der Aufstand durch das Zusammentreffen mit der Reformation. Die Bauern beriefen sich zum ersten Mal auf
das Evangelium. Innerhalb weniger Wochen (Mai/Juni 1525) brach der Widerstand zusammen. Die Bauern waren dann kein politischer
Faktor mehr.




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AUGSBURGER RELIGIONSFRIEDEN

Trotz der Erfolge Kaiser Karl V. gegen die lutherischen Reichsstände im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 erwies sich die
Wiederherstellung der Glaubenseinheit im Heiligen Römischen Reich als unmöglich. 1555 wurden die Lutheraner gegen den Willen des
Kaisers als gleichberechtigt anerkannt. Die freie Wahl des Bekenntnisses blieb aber auf die Reichsstände und die Reichsritterschaft
beschränkt. Dieses Prinzip umschrieb man später mit der Formel „Cuius regio, eius religio“.

INQUISITION

Das aus dem Lateinischen abgeleitete Wort „Inquisition“ bezeichnet im weiteren Sinne die Untersuchung von Straftaten vonseiten der
Obrigkeit, ohne dass ein Geschädigter selbst Anklage erheben muss. Die bekannteste Form der Inquisition ist die Verfolgung von Ketzern,
also Anhängern von Irrlehren, durch kirchliche Instanzen. Ein Beschuldigter, der nicht freiwillig abschwor, war in einer schlechten
Rechtslage – am häufigsten verfiel er der Todesstrafe.

PRAGER FENSTERSTURZ

Die Konfessionellen Gesetze im Reich hatten sich seit dem Augsburger Religionsfrieden verhärtet. Den Anlass zum Ausbruch des großen
Krieges bildete die Auseinandersetzung zwischen den katholischen Habsburgern und den evangelischen Ständen in Böhmen. Nachdem 1617
Erzherzog Ferdinand gegen den Widerstand des Landtags zum Königs von Böhmen gekrönt wurde, versuchte er die Zugeständnisse des
Majestätsbriefs von 1609 an die Stände einzuschränken. So verbot er einen nach Prag einberufenen Protestantentag. Daraufhin wurden am
23. Mai 1618 zwei kaiserliche Statthalter aus einem Fenster des Prager Hradschins in den Burggraben geworfen. Nach dem verlorenen
Schlacht am Weißen Berg bei Prag am 8. November 1620 musste Friedrich Winterkönig fliehen.

MAJESTÄTSBRIEF

In dem Majestätsbrief, das 1609 unterschrieben worden war, ließen sich die böhmischen Stände ihre Rechte (Zugeständnisse) garantieren.

DREIßIGJÄHRIGER KRIEG

Der Dreißigjährige Krieg begann mit einer ständisch-religiösen Auseinandersetzung in Böhmen und griff mit der Königswahl Friederichs V.
von der Pfalz (der Führer der Union) durch die böhmischen Stände auf das Reich über. Der Krieg weitete sich im Laufe der Jahre zu einer
europäischen Auseinandersetzung, in der politische wie konfessionelle Gegensätze aufeinander prallten. Dabei wurden zwischen 1618 und
1648 weite Teile Deutschlands verwüstet und entvölkert. Der Westfalische Friede von 1648 brachte Gebietsabtretungen an Frankreich und
Schweden und der Niederlage aus dem Reichsverband. Den Reichsständen gewährte er alle westlichen Hoheitsrechte in geistlichen und
weltlichen Angelegenheiten und erlaubte ihnen, Bündnisse mit ausländischen Partnern zu schließen.

MERKANTILISMUS

Der absolutistische Staat versuchte alle Kräfte des Landes und damit auch die Wirtschaft in den Dienst des Fürsten zu stellen. Dazu war es
nötig, den Wohlstand der Untertanen zu mehren. Die wirtschaftlichen Regeln und Methoden, die zu diesem Zweck entwickelt wurden, nennt
man Merkantilismus. In dessen Mittelpunkt stand die Förderung von Handel und Gewerbe durch eine Reihe von Maßnahmen: Gründung von
Messen und Märkten, Ausbau der Straßen und Kanäle, Förderung des Bergbaus und des Hüttenwesens, Abschaffung von Binnenzöllen,
Vereinheitlichung von Maßen, Münzen und Gewichten, Lockerung der Zunftbestimmungen und insbesondere die Ansiedlung neuer
Gewerbe und Manufakturen.

AUFGEKLÄRTER ABSOLUTISMUS

Der „aufgeklärte Absolutismus“ war eine späte Erscheinungsform der absoluten Monarchie, die sich vornehmlich in den deutschen Staaten
ausbildete. Als eine bedeutendsten Vertreter gelten der Preußenkönig Friedrich der Große und Kaiser Joseph II. als Regent in den
habsburgischen Ländern. Charakteristisch für den Regierungsstil dieser Monarchen war, dass sie an ihrer uneingeschränkten
Herrschaftsgewalt festhielten, dabei aber Gedanken der Aufklärung aufnahmen. Reformen → Aufhebung der Folter, Verbesserung der Lage
der Bauern, Einrichtung eines staatlichen Schulwesens.

TOLERANZPATENT

Im Rahmen seiner Staatskirchenpolitik erließ Joseph II. 1781 ein Toleranzpatent, das den nicht katholischen Christen die private
Religionsausübung gestattete und ihnen die bürgerlichen Rechte zugestand.

RHEINBUND

16 süd- und westdeutsche Reichsstände unterzeichneten mit Napoleon die Rheinbundsakte, durch die sie sich von Kaiser und Reich
lossagten, ihre Souveränität erklärten und sich dem Protektorat des französischen Kaisers unterstellten. Die zentrale Bestimmung der
Rheinbundsakte war die Errichtung einer Allianz, wonach Napoleon für seine Feldzüge auf die Truppen der Rheinbundstaaten zurückgreifen
konnte. Der Bund entstand im Jahre 1806.

BUNDESVERSAMMLUNG

Im September 1816 wurde der Bundestag in Frankfurt am Main eröffnet. Am 18. Mai 1848 trat das erste gesamtdeutsche Parlament in der
Frankfurter Paulskirche zusammen. Die Volksvertreter gehörten in ihrer überwiegenden Mehrheit den führenden Schichte des gebildeten
Bürgertums an und entsprachen in ihrer Zusammensetzung nicht der sozialen Gliederung des Volkes. Die meisten waren
Verwaltungsbeamte, Richter, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte. Das Parlament wählte am 19. Mai Heinrich Reichsfreiherr von Gagern zu
seinem Präsidenten. Zu dieser Zeit organisierten sich politische Gruppierungen oder Klubs.
Die Nationalversammlung entschied sich endlich mit Mehrheit für die kleindeutsche Reichslösung und für die Wahl des preußischen Königs
zum Kaiser in dem neuen Reich (am 3. April 1849).

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KONTINENTALSPERRE

Großbritannien hatte seit 1793, als es in den Krieg gegen das revolutionäre Frankreich eintrat, eine Blockade über die französische Küste
verhängt, was aber zunächst keine großen Wirkungen zeigte. Mit Eroberung des europäischen Kontinents konnte Napoleon jedoch immer
mehr europäische Häfen für den Handel mit Großbritannien schließen. Nach dem britischen Sieg in der Seeschlacht von Trafalgar 1805
wollte er Großbritannien in einem Wirtschaftskrieg niederringen. Von der Berlin aus erließ er ein Dekret über die Kontinentalsperre gegen
Großbritannien. Der Handelskrieg hatte vor allem nicht die gewünschten Folgen.

REICHSDEPUTATIONSHAUPTSCHLUSS

Die Aufstellung eines Entschädigungsplanes wurde vom Reichstag einem außerordentlichen Ausschuss, einer so genannten
Reichsdeputation, übertragen. Der Entwurf sah die Aufhebung der Hoheits- und Eigentumsrechte der meisten geistlichen Fürstentümer vor.
Die Enteignungen betrafen insgesamt 25 Fürstbistümer, darunter Kurfürstentümer Köln und Trier, und 44 Reichsabteien. Kleinere weltliche
Reichsstände und fast alle Reichsstädte wurden Landesherren unterstellt. Der Reichsdeputationshauptschluss kündigte das Ende des Heiligen
Römischen Reiches an.

KARLSBADER BESCHLÜSSE

Auf den Karlsbader Konferenzen wurden Beschlüsse gefasst, die am 20. September 1819 von der Bundesversammlung angenommen
wurden. Diese Beschlüsse enthielten das Verbot der Burschenschaft und die Einsetzung eines Bevollmächtigten, der an den Universitäten das
Auftreten und Verhalten der Professoren und Studenten streng zu überwachen hatte. Nach den Karlsbader Beschlüssen wurde in den
deutschen Staaten eine strenge Zensur eingeführt. Eine Zentral-Unersuchungskommision des Bundes wurde in Mainz eingerichtet.

HAMBACHER FEST

Der Freiheitsdrang im Volk war trotz aller Unerdrückungsmaßnahmen nicht zu stoppen. Als zwei Publizisten zu einem Treffen aller
freiheitlich gesinnten Kräfte aufriefen, kamen zu dem Hambacher Fest etwa 30 000 Menschen. Dort hatten sich nicht nur Professoren und
Studenten, sondern auch Bürger, Handwerker und Arbeiter gefunden. In den Festansprachen wurde die Förderung nach einem freien und
geeinten Deutschland erhoben. Damit war erstmalig deutlich geworden, dass die Freiheitsbewegung such eine Lösung ohne die Fürsten in
Betracht zog.

DEUTSCHER BUND

Auf dem Wiener Kongress versuchte man, Europa neu zu ordnen. Geschaffen wurde ein locker gefügter Staatenbund, der Deutsche Bund. Er
setzte sich aus 35 Fürstenstaaten und vier freien Städten zusammen. Den Vorsitz in diesem Staatenbund überhand Österreich. Das einzige
Bundesorgan war die Bundesversammlung der bevollmächtigten Gesandten der Mitgliedsstaaten, die später Bundestag genannt wurde. Zur
Regel wurde es, dass sich Österreich vor allem wichtigen Schritten in der Bundesversammlung mit Preußen als der stärksten norddeutschen
Macht absprach.

BÜNDNISPOLITIK VON BISMARCK

Die von Bismarck als Reichskanzler geleitete Außenpolitik wurde entscheidend von seiner Einstellung zu Frankreich bestimmt. Bismarcks
Bestreben war Frankreich isoliert zu halten. 1872 wurde die monarchische Tradition der Heiligen Allianz von 1815 wieder aufgenommen.
Bismarck setzte Freundschaft zu Russland fort und erreichte, dass die Gegensätze zwischen dem Zarenreich und Österreich-Ungarn in der
Balkanpolitik noch einmal überspielt werden konnten. 1879 hatte das Deutsche Reich mit Österreich-Ungarn ein Bündnis geschlossen, in
dem beide Mächte sich verpflichteten, bei einem Angriff Russlands einander Hilfe zu leisten. Italien trat im Mi 1882 dem Zweibund bei
(„Dreibund“).

RACHE VON SADOWA

Eine besondere Rolle in dem deutschen Krieg spielte der französische Kaiser Napoleon III., der sowohl mit Preußen als auch mit Österreich
verhandelte. Er wollte für die Zusage der französischer Neutralität gewisse Grenzverbesserungen oder Landgewinne erzielen. Er schloss mit
Österreich ein Geheimnisabkommen, in dem für den Fall eines österreichischen Sieges Frankreich Zusagen für Gebietsveränderungen
gegeben wurden. Mit der schnellen Entscheidung von Königgratz (in Frankreich Sadowa genannt) wurde der Plan durchkreuzt. Die
Enttäuschung über diese Fehlkalkulation war in Frankreich groß und begründete den preußisch-französischen Forderung nach „Rache für
Sadowa“.

KULTURKAMPF

Der Begriff „Kulturkampf“ steht für die Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Reich und der katholischen Kirche um die
Bestimmung des Verhältnisses von Staat und Kirche und den kirchlichen Einfluss vor allem auf Bildungswesen sowie Ehe- und
Schulgesetzgebung. Mit besonderer Schärfe wurde der Kulturkampf in Preußen geführt. Als Hauptgegner standen sich Otto von Bismarck
und Papst Pius IX. gegenüber.

SOZIALISTENGESETZE

Nach zwei Attentaten auf Kaiser Wilhelm I. und aus Furcht vor einer Revolution infolge der wirtschaftlichen Depression setzte
Reichskanzler Otto von Bismarck am 21. Oktober 1878 im Reichstag das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der
Sozialdemokratie“ (Sozialistengesetz) durch. Das Ausnahmegesetz war zunächst auf 2,5 Jahre befristet, wurde jedoch bis 1890 mehrmals
verlängert. Das Gesetz enthielt das Verbot sozialdemokratischer Zusammenschlüsse, wie auch ein Verbot der sozialistischen Gewerkschaften
und gab der Regelung die Möglichkeit, sozialistische Zeitungen und Zeitschriften zu verbieten.





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ZOLLVEREIN

Im 19. Jahrhundert gab es in einzelnen Staaten des Deutschen Bundes Bestrebungen, durch Aufhebung der Binnenzölle den Handelsverkehr
zu erleichtern. Trotz der Abneigung der mittleren und kleineren Staaten gegenüber einer preußischen Vormachtstellung kam es durch
Verhandlungen zwischen der norddeutschen und der süddeutschen Zollbereichsgruppe zur Gründung des Deutschen Zollvereins. Die
Verträge des Deutschen Zollvereins traten am 1. Januar 1834 in Kraft.

ZOLLPARLAMENT

Wirtschaftlich zusammengehalten wurde Deutschland durch eine Reform des Deutschen Zollvereins und durch das Zollparlament. Die
Neuordnung des Deutschen Zollvereins mit der Einrichtung eines Zollbundesrates und eines Zollparlaments sollte die Zusammenarbeit
zwischen dem Norddeutschen Bund und Südstaaten intensivieren. Aber durch das Ergebnis der Zollparlamentswahlen war der Elan der
deutschen Einigungsbewegung stark beeinträchtigt worden. Erst das aggressive französische Vorgehen gegenüber Preußen veränderte die
Situation. Es schuf nämlich ein verbindendes Gefühl der Gemeinschaft und ließ die Bündnisverträge wirksam werden. Die Reichsgründung
1870 wurde bald mitgetragen.

NORDDEUTSCHER BUND

Als Ergebnis des Deutschen Krieges entstand nördlich der Mainlinie ein Bundesstaat aus den 22 noch selbstständig gebliebenen Mittel- und
Kleinstaaten sowie den Freien Städten Hamburg, Bremen und Lübeck. Die Hegemonie Preußens war eindeutig. Mit den föderalistischen und
liberalen Elementen suchte Bismarck sowohl die süddeutschen Fürsten zum Beitritt zu reizen als auch die öffentliche Meinung in
Deutschland für seinen Weg der deutschen „Einigung von oben“ zu gewinnen.

EMSER DEPESCHE

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Preußen verschärften sich, als der katholischen Linie Hohenzollern die spanische Königskrone
angeboten wurde. Bismarck setzte die Annahme dieser Krone durch Erbprinz Leopold durch, was zu Spannungen führte. Um die Krise nicht
zu verschärfen, verzichteten die Hohenzollern darauf, aber Frankreich verlangte eine schriftliche Garantie dafür. Der preußische König wies
den französischen Botschafter ab, der ihn in Bad Ems wiederholt zu einer Aussage drängte. Er teilte diese Vorgänge Bismarck mit und ließ
die Presse unterrichten. Mit der Veröffentlichung der von ihm redigierten, stark gestrafftem Emser Depesche verleitete Bismarck die
französische Regierung zur Kriegserklärung an Preußen.

GRÜNDERHJAHRE

Die ersten Jahre nach der Reichsgründung waren gekennzeichnet durch einen außerordentlichen Wirtschaftsaufschwung. Dabei halfen vor
allem 5 Milliarden Francs aus der französischer Kriegsentschädigung. Hinzu kamen z.B.: Handelsgesetzgebung, Vereinheitlichung des
Münzenwesens, der Maße und Gewichte und die Gründung der Reichsbank. Diese Entwicklung beschleunigte den Ausbau der Industrie und
des Eisenbahnnetzes, man kann auch vom Baufieber sprechen.

DREIKAISERRABKOMMEN

1872 wurde mit dem Abschluss des Dreikaiserabkommens zwischen Deutschland, Österreich und Russland die monarchische Tradition
wieder aufgenommen. Mit dieser Verständigung der drei Monarchen setzte Bismarck die traditionelle Freundschaft zu Russland fort und
erreichte durch die Einbeziehung des österreichischen Kaisers, dass die Gegensätze zwischen dem Zarenreich und Österreich-Ungarn in der
Balkanpolitik noch einmal überspielt werden konnten. 1881 gelang es Bismarck noch einmal, ein Dreikaiserbündnis zustande zu bringen.


RÜCKVERSICHERUNGSVERTRAG

Der Abschluss eines Geheimbündnisses mit Russland wurde am 18. Juni 1887 unterzeichnet. Damit wurde die Gefahr einer Annäherung
Frankreichs an Russland ausgeschaltet. Der Vertrag bestand aus zwei Teilen – dem geheimen Hauptvertrag und dem ganz geheimen
Zusatzprotokoll (Neutralität und Anerkennung russischer Interessen in Bulgarien).


WILHELM II.

Wilhelm II. war ein Repräsentant einer neuen Zeit. Er war den Entwicklungen der modernen Technik gegenüber aufgeschlossen, schien von
sozialen Ideen erfüllt und wandte sich zunächst engagiert der Frage des Arbeiterschutzes zu. Der „Neue Kurs“ wurde allgemein begrüßt; das
Sozialistengesetz wurde nicht mehr verlängert.


ALLDEUTSCHERVERBAND

Alldeutscher Verband war eine einflussreiche Organisation. Ihre Mitglieder forderten die Stärkerung des deutschen Nationalbewusstseins in
enger Verbindung mit völkischen und imperialistischen Zielen, eine aggressive deutsche Kolonialpolitik und den raschen Ausbau der Flotte.


FLOTTENVEREIN

Eine starke deutsche Kriegsflotte war zur Absicherung einer angestrebten politischen und wirtschaftlichen Weltmachtstellung unerlässlich.
Im Jahre 1898 wurde von Tirpitz (Staatssekretär im Reichsmarinsamt) Deutscher Flottenverein gegründet. Er entfachte eine
Marinebegeisterung in der Bevölkerung.


IMPERIALISMUS

Die Zeit vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges wird als die Epoche des Imperialismus bezeichnet. In
dieser Zeit begannen die europäischen Großmächte, Kolonien einzubeziehen und auf diese Weise Weltmächte zu werden.



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HAAGER FRIEDENSKONFERENZEN

Auf Initiative des russischen Zaren Nikolaus II. kam die erste Haager Friedenskonferenz zustanden, an der 26 Staaten teilnahmen. Das
Ergebnis war aber enttäuschend. Man diskutierte u.a. die Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichtshofes, aber kein Staat war bereit,
so etwas zu organisieren.


PANSLAWISMUS

Panslawismus war eine Bewegung, die zum Ziel hatte, dass sich alle Slawen vereinigen. Sie war von Russland beeinflusst.


SCHLIEFFEN-PLAN

Der von Alfred Graf von Schlieffen entwickelte Strategieplan für den Fall eines Krieges berücksichtigte die schwierige Situation der
deutschen Mittellage. Der Plan sah einem Überraschungsangriff auf Frankreich vor, dann sollten die Truppen nach Osten gegen Russland
marschieren. Der Schlieffen-Plan war militärtechnisch und strategisch genial, in seinen Auswirkungen aber fatal. Deutschland wurde in der
Weltöffentlichkeit zum Aggressor, als dieses Land die Neutralität Belgiens verletzte. Die Franzosen wurden von Großbritannien unterstützt
und stoppten die deutsche Offensive.


BURGFRIEDEN

In Deutschland war der Krieg mit Begeisterung begrüßt. Die Parteien im Reichstag erklärten den Burgfrieden und genehmigten alle
Maßnahmen, die zur Führung des Krieges notwendig waren. Die Parteien verzichteten auf die öffentliche Austragung von
Meinungsverschiedenheiten. Die von vielen oft vermischte innere Einheit schien Wirklichkeit geworden zu sein. Es dauerte bis zum Frühjahr
1916, dann spalteten sich die Parteien in Fraktionen.


14 PUNKTE WILSONS

Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson bemühte sich auch nach dem Kriegseintritt der USA eine Grundlage für
Friedensverhandlungen zu schaffen. Am 8. Januar 1918 legte er dem amerikanischen Kongress sein Friedensprogramm in 14 Punkten vor. In
den Friedensverhandlungen nach dem Zusammenbruch Deutschlands konnte Wilson sein Programm nur zu einem Teil verwirklichen.


NOVEMBERREVOLUTION

Ende Oktober 1918 verweigerten Matrosen der Hochseeflotte in Kiel und Wilhelmshaven den Befehl der Marineleitung, um ihr Leben bei
einem letzten ehrenvollen Gefecht gegen britische Verbände nicht aufs Spiel zu setzen. Der Matrosenaufstand weitete sich innerhalb weniger
Tage über Deutschland aus. Bis zum 10. November bildete sich praktische in allen größeren deutschen Städten revolutionäre Arbeiter- und
Soldatenrätrevolte. Der Kaiser musste abdanken und Reichskanzler Prinz Max von Baden übergab die Regierung an Friedrich Ebert.


DOLCHSTOßLEGENDE

Die militärische Niederlage Deutschlands wirkte auf die deutsche Bevölkerung wie ein furchtbarer Schock. Bald erschien das Wort
„Dolchstoß“ in der Rechtspresse; die Revolution wurde für die Niederlage verantwortlich gemacht. Die Heimat sei der kämpfenden Front in
den Rücken gefallen. General Hindenburg erklärte, dass die deutsche Armee von hinten erdolcht worden sei. Diese Legende verbreitete sich
rasch und wurde in der Propaganda der Nationalsozialisten zum tödlichen Dolchstoß gegen die erste deutsche Republik.


WEIMARER REPUBLIK

Die Weimarer Republik war der erste Versuch in der deutschen Geschichte, auf dem Boden des Deutschen Reiches eine demokratische
Staatsform zu errichten. Die Geschichte der Weimarer Republik wird in drei Phasen eingeteilt: 1918-1923 (Aufstände, Putschversuche,
Unruhigkeit); 1923-1929 (Ära Stresemann – Erholung, Konsolidierung); 1929-1933 (Krise, Verschlechterung der Wirtschaft). Verfassung
garantierte: Rechtsgleichheit, Freiheit der Person, Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Nach einer Phase der relativen Stabilisierung trugen wirtschaftliche Probleme und Opposition von der extremen Linken und Rechten zu den
Untergang der Republik bei.


ERMÄCHTIGUNGSGESETZ

Im März 1933 legte Hitler dem Reichstag das Ermächtigungsgesetz vor, das der Regierung das Recht geben sollte, Gesetze ohne Beteiligung
des Reichstages und des Reichsrates zu erlassen. Mit diesem Gesetz, mit dem die NS-Diktatur legalisiert wurde, wurden demokratische
Strukturen in Deutschland zerschlagen.


GLEICHSCHALTUNG

Die Machtkonzentration wurde mit dem „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ fortgesetzt. Es gab keine Bundesstruktur
mehr – in den Länderparlamenten wurden Reichsstatthalter als Vertreter der zentralen Macht eingesetzt. Alle Parteien außer der NSDAP
wurden aufgelöst, Gewerkschaften waren gezwungen, dem Deutschen Arbeitsfront beizutreten. Hitler bekam absolute Macht im III. Reich.


REICHSKRISTALLNACHT

Der Mord des deutschen Botschafters durch einen Juden in Paris wurde der Anlass zu den Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und
Geschäfte in ganz Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, bei denen überall die Synagogen in Brand gesteckt, jüdische
Menschen, die sich zur Wehr setzten, verprügelt oder sogar ermordet wurden. Im Laufe der Aktionen wurden über 26 000 Juden verhaftet
und in Konzentrationslager verschleppt.




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HISTORIA NIEMIECKIEGO OBSZARU JĘZYKOWEGO

8

NICHTANGRIFFSPAKT

Die Nachricht vom Abschluss des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23. August 1939 wurde als Sensation größten Ausmaßen
empfunden. Damit hatte Hitler freie Bahn für den Angriff auf Polen. In einem geheimen Zusatzprotokoll zum Vertrag waren die
gegenseitigen Interessensphären abgesteckt worden.


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