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Textwahl und Übungen von Piotr Zgondek, 2009 

 

Grüne Gentechnik 
 
 Argumente für die Grüne Gentechnik  

Die Ziele der Gentechniker unterscheiden sich prinzipiell nicht von denjenigen Jahrtausende alter „traditioneller“ 
Pflanzenzüchter. 

Es geht beiden um eine Verbesserung der Eigenschaften von Pflanzen, um 

  höhere Ernteerträge zu erreichen, 
  Gestalt und Farbe zu verändern, z. B. bei Blumen, 
  sowie die Widerstandfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten und Umweltbelastungen zu verbessern. 
Die konventionelle Züchtung beruht dabei auf dem Prinzip von Kreuzung und anschließender Selektion. Bei 
Kreuzungen wird jeweils das gesamte Erbgut der Elternorganismen gemischt. Das Erbgut in den Tochterorganismen 
lässt sich dabei nicht exakt vorhersagen. Deshalb müssen in den weiteren Generationen die Organismen mit den 
gewünschten Eigenschaften selektiert werden. Im Gegensatz dazu fügen Gentechniker gezielt ein Gen hinzu, das für 
eine bestimmte Eigenschaft verantwortlich zu sein scheint. Gentechniker nehmen deshalb für sich in Anspruch, dass 

  ihre Methode gezielter sei und sich Eigenschaften züchten lassen, die sich auf konventionellem Weg nicht 

erreichen lassen;  

  Es können völlig neue Inhaltsstoffe angereichert werden, z. B. veränderte Fettsäurezusammensetzung in 

Ölpflanzen oder Entfernung von Allergenen für gesündere Lebensmittel; 

  Man kann die pflanzeneigene Nährstoffversorgung stärken und damit den Düngemittelverbrauch vermindern. 

Nebenwirkungen  und Gefahren der grünen Gentechnik  
Die meisten Gene in einem Organismus haben mehrere Funktionen, umgekehrt werden die meisten Funktionen durch 
eine Vielzahl von Genen gesteuert. Die Erkenntnisse der Epigenetik wiederum weisen darauf hin, dass ein Gen nicht 
einfach nur vorhanden ist oder nicht, sondern durch komplizierte Regulationsmechanismen an- oder abgeschaltet bzw. 
in seiner Wirkung dosiert werden kann. Verschiedene Gene beeinflussen sich dabei in ihrer Wirkung gegenseitig. 
Kritiker wenden deshalb ein, dass auch ein zusätzliches Gen weitere unabsehbare Folgen für den jeweiligen 
Organismus haben kann. So können gentechnische Veränderungen zu einer Veränderung im Primär- und 
Sekundärstoffwechsel in den Pflanzen führen, was die stoffliche Zusammensetzung der Pflanzen verändern kann. 
Insbesondere pflanzliche Hilfsstoffe wie Hormone, Spurenelemente und pflanzliche Phenole, auf die der 
Säugetierorganismus angewiesen ist, weil er sie selbst nicht produzieren kann, können fehlen oder nur in geringeren 
Konzentrationen in den Pflanzen vorhanden sein. Das kann – langfristig – Konsequenzen für das reibungslose 
Funktionieren des tierischen bzw. menschlichen Organismus haben. Um die einzelnen möglichen Effekte 
nachzuweisen oder auszuschließen, bedarf es jedoch sehr aufwendiger Studien, für die meist die Finanzierung fehlt. 

  Bei Lebewesen, die sich nicht durch eine längere Evolution gegenseitig zu einem Gleichgewicht entwickelt haben, 
kommt es durch Eingriffe des Menschen immer wieder zu Katastrophen, auch ohne Gentechnik. Beispiele dafür sind 
die Killerbienen oder die Kaninchenplage. 

Außerdem besteht die Gefahr der unumkehrbaren Auskreuzung der gentechnisch eingebrachten Eigenschaften (z. B. 
Herbizidresistenzen) in Wildkräuter. 
 
Quelle: 

www.wikipedia.org

 

 
 
 

 

 

 

 

 

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Textwahl und Übungen von Piotr Zgondek, 2009 

 

Übung 1 

Markieren Sie: welche Sätze sind falsch, welche richtig. Korrigieren Sie anschließend die falschen Sätze. 

0.  Beispiel: Gentechniker haben ganz andere Ziele als Pflanzenzüchter.  

 

Korrektur: Die Ziele der Gentechniker unterscheiden sich prinzipiell nicht von 
denjenigen der Pflanzenzüchter. 

 

 

 

1.  Bei Kreuzungen von Pflanzen werden nur einige Gene der Elternorganismen 

gemischt. 

 

 

 

 

 

2.  Die Gentechniker fügen ins Erbgut ein Gen hinzu, das die gewünschte 

Eigenschaft in der Pflanze steuert. 

 

 

 

 

 

3.  Durch den Einsatz der Gentechnik können die Lebensmittel nicht gesünder 

werden. 

 

 

 

 

 

4.  Die Folgen eines zusätzlichen Gens sind abzusehen. 

 

 

 

 

 

5.  Gentechnische Veränderungen können zu Mängeln an Hormonen und 

Spurenelementen in Pflanzen führen. 

 

 

 

 

 

6.  Das Fehlen gewisser Stoffe in Pflanzen kann das reibungslose Funktionieren 

des tierischen Organismus beeinträchtigen. 

 

 

 

 

 

7.  Für die Untersuchung der Effekte, welche die Einführung der Gentechnik 

zufolge haben kann, gibt es genug finanzielle Mittel. 

 

 

 

 

 

8.  Eingriffe des Menschen in die Natur haben noch nie zu Katastrophen 

geführt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Textwahl und Übungen von Piotr Zgondek, 2009 

 

Übung 2 

Beantworten Sie die Fragen. 

 

1.  Was ist die Grüne Gentechnik? 
2.  Worauf beruht die konventionelle Züchtung? 
3.  Welchen Vorteil hat die Gentechnik den Kreuzungen gegenüber?  
4.  Womit können Pflanzen mithilfe der Gentechnik angereichert werden? 
5.  Wodurch werden Funktionen des Organismus gesteuert? 
6.  Welche Nebenwirkungen kann die Grüne Gentechnik haben? 
7.  Gibt es Gefahren für Ökosysteme (ja/nein und warum)? 
8.  Welchen Standpunkt vertreten Sie, wenn es um die Grüne Gentechnik geht?