ist, es diirfte sich vor allem eine nicht unbedeutende Zahl von Exemplaren ver-streut im Besitz von Metallsuchern befinden, die ihre Fundę nicht melden und so der wissenscha f tlichen Auswertung entziehen.
So sind es bislang fast ausschlieSlich Fundę, die - meist wohl eher zufallig - zur Kenntnis von Personen gelangten, die um Erwerb oder zumindest Registrierung bemiiht waren. 1846 ist das alteste iiberlieferte Funddatum fur eine „Barbaren-munze" in Oberósterreich, unter welcher Bezeichnung keltische Miinzen damals gefiihrt wurden. Und meistens sind es Streufunde, derzeit ist aus dem in Frage stehenden Gebiet lediglich ein einziger, kleiner Schatzfund bekannt, der heute verschollen ist und bezeichnenderweise aus der Umgebung von Passau stammte.15) Die geographische Lagę der Fundorte vermittelt bereits eine grobe Gliederung. Der eindeutige Schwerpunkt der bisherigen Fundę lag im Raum Linz, vor allem im Bereich der AItstadt und der weiteren Umgebung der kelti-schen Anlage auf dem Freinberg, eine weitere Konzentration von keltischen Fundmiinzen scheint sich in Enns abzuzeichnen.16) Die Fundorte im Innviertel bieten das Bild recht gleichmafiiger Streuung iiber das Land, wie dies auch im an-grenzenden bayrischen Raum der Fali ist.17) Hingegen beschrankt sich das Fund-aufkommen im Alpenland auf zwei Grabungsfunde am Georgenberg bei Michel-dorf und auf der Dammwiese oberhalb von Hallstatt; bis jetzt ganzlich fundleer geblieben ist das gesamte Miihlviertel.
Vergleicht man nun die geographische Streuung der Fundorte mit der Herkunft der gefundenen Stiicke, so verdeutlicht sich das Bild noch. In den drei Fundorten des Innviertels (Mehmbach, Uberackem, Ingling) kamen jeweils vindelische Re-genbogenschiisselchen zutage, was nicht weiter verwundert, der Inn stellte eben niemals eine historische Grenze dar. Der Umlauf des siiddeutschen Goldes er-streckte sich aber weiter óstlich bis in den Raum Linz, wo wir zwei Fundę nach-weisen kónnen. Der Stater aus Neubau fiigt sich so, wenn man von einer Entste-hung in Siiddeutschland ausgeht - gut in das Fundbild ein. Die siiddeutschen Sil-bermiinzen - Biischelquinare und Kleinsilber Manchinger Typs - durften ein ahn-liches Umlaufgebiet besessen haben, wobei hier ohne Zweifel die im Gegensatz zu den Goldmunzen viel schlechtere Dokumentation und die schwierigere Auf-findbarkeit das Bild verzerren. So finden wir Biischelquinare derzeit im Oppidum auf dem Freinberg bei Linz und in Enns, und Manchinger Kleinsilber wurde vor dem Nachweis in Neubau lediglich in zwei Exemplaren aus dem Linzer Raum ge-meldet, wobei die Fundnachricht nicht ganz gesichert ist.
Das aus Norden einstrómende Geld scheint sich hingegen iiber den oberóster-reichischen Zentralraum hinaus wenig nach Westen verbreitet zu haben, die ein-zige Ausnahme stellt hier der Nikestater aus Munderfing dar.18) Ahnliches scheint fiir die Athene-Alkis-Serien und die Rolltierstatere zu gelten, dereń Fundorte sich auf den Zentralraum und vereinzelt die Alpen beschranken, wobei die Rolltierstatere ganz auf die Umgebung von Linz konzentriert erscheinen (Linz, Kematen, Weis?), hingegen ein Nachweis fiir einen Fund eines Exemplares aus den Mu-schelserien fiir Oberósterreich bisher aussteht, was wohl auch im Hinblick auf die
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